Jeder, der schon einmal ein Manga gelesen hat, wird den Unterschied zu den amerikanisch-gepräten westlichen Comics erkennen. Da wäre zum ersten die Leserichtung, die von hinten nach vorne und von rechts nach links geht. Comics, wie z.B. die Micky Maus oder Asterix werden hingegen von vorne nach hinten und von links nach rechts gelesen. Natürlich ist die Leserichtung aber nicht der einzige Unterschied zwischen einem Comic und einem Manga. Viel wichtiger ist der Inhalt, der ebenfalls deutlich unterschiedlich ist. Typische Comics sind an ein sehr junges Publikum gerichtet. Man kann die Erwachsenen-Comics wie z.B. Werner oder Jim Knatterton an den Fingern abzählen. Mangas sind hingegen für alle Altersklassen, Geschlechter und Interessengruppen gemacht. Vom Manga für Vorschulkinder über Mädchen-Mangas bis hin zu einem Manga über das Leben eines Koches. Man kann also zusammenfassend sagen, das Mangas in der Regel erheblich vielschichtiger und komplexer sind als Comics. Ein weiterer Unterschied liegt auch in der Charakterdarstellung. Ein typisches Comic ist bunt, besitzt knuddelige, meist kindische, Figuren und bietet relativ wenig Gewalt und negative Erlebnisse. Ein Manga hingegen ist prinzipiell schwarz weiß und kann jegliche Story bieten. Typische Manga-Charaktere sind auch keine Superhelden, sondern besitzen stets mindestens eine gravierende Schwäche (z.B. Alkoholiker, Komplexe, köperlich schwacher Bau oder ähnliches). Auch die Bösewichter haben in einem Manga einen ausgeprägten Charakter mit Vor- und Nachteilen. Es gibt in einem Manga also in der Regel keine 100%igen Freund- und Feindbilder. Dies führt in vielen Mangas auch dazu, das einige gute oder böse Charaktere im Laufe der Geschichte die Seiten wechseln. Ein Aspekt, der bei westlichen Comics kaum bekannt ist. Der wohl gravierendste optische Unterschied zwischen einem Manga und einem Comic ist jedoch der Zeichenstil. Manga-Figuren besitzen fast immer deformierte und überzogene Körper und Zeichnungen. Angefangen bei extremen, zackigen Frisuren über riesige Kulleraugen bis hin zu riesigen Köpfen oder Mini-Charakteren. Alle diese Deformationen dienen jedoch der optischen Charaktergestaltung. Bestimmte Manga-Richtungen wie z.B. das Chibi ist durch kleine, fast kugelartig wirkende Baby-Charaktere geprägt, was im westlichen Comicstil quasi unbekannt ist. Als letzten Punkt in dieser kurzen Einweisung zum Manga sollte auch der Stellenwert des Manga in Japan erwähnt werden. Während es in Europa nur wenige Comicverlage gibt, gibt es in Japan an allen Kiosken jede Woche neue Mangas im Format eines Telefonbuches. Mangas sind in Japan seit Jahrzehnten Kult und quasi eine akzeptierter Form der Literatur. Natürlich lesen die Japaner auch normale Bücher - zum Zeitvertreib bevorzugen sie jedoch die Mangas statt den bei uns beliebteren (Groschen-) Romanen. Wusstest du das in Japan jährlich mehr Papier für Manga als für Toilettenpapier verbraucht wird?! Und das soll was heißen, wo Asiaten doch die bevölkerungsstärkste Gruppe der Welt sind. O.O